20 Angewohnheiten die unglücklich machen → Teil 1

Bordüre-6.1Ich habe die 20 alle kennengelernt, von der einen oder anderen Seite. Manchen habe ich schon früh „Lebewohl“ gesagt, andere melden sich nach wie vor und wollen sich in meinem Leben breit machen. Negative, destruktive Gedankengerüste kennen wir alle. Und wir alle wissen mehr oder weniger, wie lebenshemmend und im Extremfall sogar lebensverhindernd diese Gedankenmuster sein bzw. werden können.
Gedankenmuster werden zu Handlungen, Handlungen zu Angewohnheiten, Angewohnheiten zu Abhängigkeiten und Abhängigkeiten führen dazu, dass wir krank werden. Mental und körperlich. Und dabei ist es egal, welche Abhängigkeit es ist. Rauchen macht Körper und Seele krank, genauso wie der zwanghafte Drang, an der Vergangenheit festzuhalten. Krank macht uns das alles. Und in der Krankheit sind wir an dem Punkt angekommen, an dem wir realisieren sollten, dass wir uns angewöhnt haben unser Leben zu verneinen. Das sollte Dir klar sein.

Das Glück und Unglück in Deinem Leben hängen davon ab, wie Deine Gedanken aufgebaut sind. Bringen sie Dich voran oder bremsen sie Dich aus? Fühlst Du Dich mit ihnen wohl oder leidest Du unter ihnen? Sind sie positiver oder negativer Natur?
Ich gebe zu, Gedanken zu kontrollieren ist eine sehr schwere Übung. Tust Du Dich damit schwer, so gebe ich Dir mit diesem Artikel ein kleines Werkzeug an die Hand, mithilfe dessen Du an Deinen Handlungen, die aus Deinen Gedanken ja zwangsläufig entstanden sind, festmachen kannst, wie es um Dich steht.
Wenn Du Dich beim Lesen wiedererkennst – sozusagen entlarvst – hast Du j e t z t die Möglichkeit, mal beherzt die Notbremse zu ziehen und Dir diese blöden Angewohnheiten wieder abzugewöhnen. Wie immer geht das alles ohne Disziplin und Verantwortung natürlich nicht so einfach, aber ich glaube an Dich. Jeder, der wirklich etwas verändern will und es satt hat, sich zu verkriechen und dahinzuplätschern, der schafft es auch! Das verspreche ich Dir.

 

1. Bewerten

 
„Also ich bin jetzt erst eine Woche an meinem neuen Arbeitsplatz, aber das sind dort echt alles Idioten. Unorganisiert bis zum geht-nicht-mehr!“
Bewerten – Abwerten – Aufwerten, egal wie, werten ist grundsätzlich eine Angewohnheit, die Dir das Leben schwer macht. Kannst Du Dich mit Deinen neuen Arbeitskollegen nicht identifizieren oder würdest Du auch einiges anders machen, als sie, dann sprich mit ihnen darüber, gib ihnen neue Denkanstöße, statt wütend auf sie zu werden. Denn Wut richtet sich grundsätzlich nur gegen einen: den, der wütend ist und das bist in dem Falle Du. Den anderen ist das herzlich egal, welche Bewertung Du ihnen gibst, schließlich arbeiten sie schon seit Jahren so und es funktioniert gut. Der einzige, der daraus ein Problem macht bist Du. Und so ist es nicht nur bei diesem Beispiel. Durch die Bewertung, die Du Personen und Dingen in Deinem Leben gibst, erschaffst Du Dir Deine Realität – Dein Glück und Deine Probleme selbst. Wertest Du negativ – und das tun wir hauptsächlich, besonders über andere oder uns selbst, dann erschaffst Du Dir damit einen netten kleinen Teufelskreis, der gar nicht so leicht zu verlassen ist. Aber: Du kannst Dich jederzeit umentschieden! Du musst es ja nicht gut finden, was Dir begegnet, aber das bedeutet nicht, dass Du es gleich durch eine negative Bewertung zu Deinem Problem machst! Auch wenn Du Dich dadurch vermeintlich besser fühlst, eine negative Bewertung festigt Deinen Standpunkt nicht – sie zieht Dich herunter.

 

2. Schuldzuweisung

 
„Ich wollte Dir ja nur helfen, aber ich mach ja sowieso immer alles falsch.“
Du glaubst nicht, wie oft ich diesen Satz schon gehört habe und jedes Mal bringt er mich fast auf die Palme. Eigentlich weisen wir Schuld zu, um sie von uns zu weisen. Dieser Satz zeigt das raffinierteste Beispiel: man weist sich selbst die Schuld zu, um den anderen sich schuldig fühlen zu lassen. Denn auf ein „Ich mache ja sowieso alles falsch“ erwartet man ein „Du hast doch nichts falsch gemacht, Du armes Persönchen, Du hast es ja nur gut gemeint. Alles ist meine Schuld.“. Na, poliert das nicht den Selbstwert? Und darum machen Menschen so etwas. Sie erhoffen sich durch vermeintlich selbstloses Schuld tragen jemanden, der ihnen sagt, wie ungerecht sie doch behandelt wurden und ihnen Honig ums Maul schmiert. Das hört sich jetzt hart an, der Kern dieser Sache ist allerdings so. Schuld auf anderen abzuladen ist zwar weniger raffiniert, jedoch mindestens genauso schädlich für Dich. Auch hier versucht sich ein niedriger Selbstwert Platz zu machen durch Herabwürdigung anderer. Hier sorgst Du selbst aktiv dafür, besser dazustehen. Unnötig sind beide Varianten, denn – entgegen unserer gesellschaftlichen Norm, dass es an allem Schuldige geben muss – Schuld ist ein völlig überflüssiger Begriff. Natürlich ist es zutreffend, wenn sich jemand absichtlich daneben benommen hat, solche Menschen auszubremsen ist nicht unbedingt verkehrt. Wenn man jedoch davon ausgeht, dass alle Parteien nach gutem Gewissen handelten, gilt es die Situation anzuerkennen und Verantwortung zu übernehmen. Jeder. Denn sich über etwas, das schief gelaufen ist zu beschweren ändert an dem Dilemma letztlich nichts.

 

3. Kontrollzwang

 
„Oh nein ich glaube ich werde krank, in meinem Kopf drückt es und im Hals kratzt es auch schon…und ich habe kein Aspirin mehr! Hoffentlich ist die nächste Notfallapotheke nicht so weit…“
Kopfkino? Kontrollzwang äußert sich besonders in aktivem Kopfkino. Immer müssen alle möglichen Ausgänge von Situationen bis ins letzte Detail durchdacht werden, um auf alles vorbereitet zu sein. Wie kann man es auch riskieren eine Erkältung zu bekommen? Am besten schonmal einen Jahresvorrat an Aspirin aufstocken, dann ist man abgesichert. Eine Freundin erzählte mir, dass sie befürchtete, sich beim Sex angehört zu haben wie eine wildgewordene Sau und das sie sich seit einer Woche beim Sex konzentriert, erotischer zu stöhnen. Die andere befürchtete depressiv zu werden und hat vorsorglich Antidepressiva eingenommen. Ein guter Freund von mir weigert sich, auswärts auf die Toilette zu gehen, aus Angst, er könnte laut pupsen und dann wäre da noch ein anderer, der keine Biermischgetränke auswärts zu sich nimmt, da er ja versehentlich jemanden anrülpsen könnte. Das ist alles wahr! Und es ist alles -wieder einmal- völlig unnötig. Am liebsten würde ich alle meine etwas betont kontrollierten Freunde in einem Raum einsperren und dann ein Lernvideo einschalten mit dem Titel: „Wir sind alle nur Menschen“. Das Ganze lasse ich dann so lange laufen, bis der erste kapituliert und anfängt zu rülpsen. Mal ehrlich, wenn etwas schief läuft oder eine Situation etwas peinlich wird dann ist es doch an uns, darüber zu stehen und gelassen zu reagieren, oder? Wenn Du irgendwann mal den Knopf gefunden hast, auf dem „Katastrophenmodus“ steht, dann nimm Dir einen Hammer und zerschlag das blöde Ding, das braucht niemand. So lebt es sich gleich viel entspannter!

 

4. Wettbewerb

 
„Jetzt komm mir nicht mit dem ‚Du bist doch gut‘-Geschwafel, es mag sein, dass ich das besser kann als ein paar andere, aber das heißt noch lange nicht, dass ich gut bin!“
Den Satz hörte ich in der ein oder anderen Ausführung ziemlich oft während meines Studiums. Und das ausgerechnet von einem gnadenlos, ja fast schon unverschämt talentierten und begabten Menschen. Versteh mich nicht falsch, es ist total richtig, sich Ziele zu setzen. Es ist super, sich steigern zu wollen. Es ist aber ein großer Fehler im „Nicht-gut-genug-sein“ festzustecken und sich dafür zu verurteilen! Die Kunst steckt darin, auch einmal stehen zu bleiben, sich seinen Standpunkt anzusehen und anzuerkennen, dass man Fortschritte gemacht hat. Ist es denn gesund für Dich, den Motorsport als Hobby zu pflegen, aber Dich so lange als „schlecht“ anzusehen bis Du die Zeiten von Michael Schumacher auf dem Nürburgring erreichst? Entschuldige mal bitte, aber da machst Du Dir das Unglücklichsein aber verdammt einfach. Konntest Du Dir nicht etwas subtileres ausdenken? Wenn alles, was nicht Deinem Ideal entspricht als nicht gut genug gilt, dann hast Dir das wirkungsvollste Rezept zum Verzweifeln und der Depression herausgepickt. Sei mutig, lass das. Erkenne kleine Fortschritte, mach Dich nicht von Leistungen anderer abhängig. Versuche Deinen eigenen Maßstab zu entwickeln. Vergleichen ist nicht verkehrt, verurteilen schon! Du bist gut genug, mit Sicherheit!

 

5. Recht haben wollen

 
„Gut das Du jetzt nach Monaten auch endlich mal erkannt hast, dass das, was ich Dir gesagt habe doch stimmt. Hättest ja auch gleich auf mich hören können!“
Tja, wer kennt das nicht? Menschen, die immer Recht haben wollen haben eine existentielle Angst, mit etwas falsch zu liegen. In extremen Fällen verteidigen sie sich sogar dann noch, wenn alles gegen ihre Theorie oder Meinung spricht. Natürlich ist es unangenehm, wenn unsere Meinungen und Überzeugungen über den Haufen geworfen werden, für viele Menschen ist das sogar fast schon schmerzhaft. Aber ähnlich wie beim Wettbewerb, bist Du dann gut, wenn Du für Dich einen Fortschritt verbuchen kannst. Es geht nicht um Sieg oder Niederlage. Es geht darum zu wachsen und es gibt nichts, was Wachstum so sehr verhindert, wie entweder auf seiner Meinung zu verharren, oder nicht die Größe zu haben, seinen Selbstwert aus anderem zu ziehen, als der Niederlage oder Erniedrigung anderer. Ich weiß, es ist ein langer Weg, die Haltung, dass Unrecht zu haben einer beschämenden Niederlage gleicht in die Haltung zu transformieren, dass Unrecht zu haben eine Möglichkeit ist, zu wachsen und dem, der es besser wusste zu danken. Aber verinnerlichst Du das, gewinnst Du eine ganze Welt an Lebensqualität, da Du Dich und Deinen Wert nicht länger von einem so bescheuerten Faktor abhängig machst. Denn neutral betrachtet ist er wirklich absolut bescheuert – es heißt nicht umsonst: „Irren ist menschlich“.

 

6. Angriff – Gegenangriff

 
„Moment mal, willst Du damit sagen, dass meine Küche ekelig ist? Deine sieht auch nicht viel besser aus und von Deinem Bad will ich gar nicht erst anfangen!“
Dabei wolltest Du doch nur das kreative Chaos der Küche anerkennen und Deine Bewunderung ausdrücken, dass Dein Freund es schafft, zwischen diesem Sammelsurium an Besteck und Kochutensilien eine Lasagne zuzubereiten! Es gibt sie und wird sie immer geben: Menschen, die sich chronisch angegriffen fühlen. Gehörst Du vielleicht auch zu ihnen? Dann aber schnell raus aus diesem Muster, denn genauso wie das zwanghafte „Recht-haben-wollen“ zerstört diese Angewohnheit Freundschaften und Beziehungen! Es ist gut, wenn Du bei anderen dieses Verhalten entlarvst und gelassen darauf reagieren kannst. Hast Du jedoch selbst diese äußerst destruktive Angewohnheit, hast Du Dich wahrscheinlich auch in den vorigen Punkten wiedererkannt und wirst eventuell sogar gerade etwas wütend. Kein Problem, das ist typisch für Dich. Wenn Du kannst, dann versuche, mehr Verständnis und Wohlwollen für Deine eigene Person zu entwickeln. Nein? Darfst Du aber!!! Offenbar führst Du ein ausgesprochen leidvolles Leben, denn ständig unter einer solch aggressiven Anspannung zu stehen, jederzeit alles als Angriff verstehen und unmittelbar mit einem Gegenangriff kontern zu können, ist purer Stress. Vielleicht kennst Du es nicht anders aber bitte sei es Dir selbst wert, diese Gewohnheit loszuwerden, denn dieser Weg führt irgendwann zu Verbitterung, Krankheit und Einsamkeit, denn je länger Du Dich in diesem Muster gefangen hältst, umso weniger wirst Du in der Lage sein Freunde und Freude zu erkennen und zu halten.

 

7. Spielchen spielen

 
„Schatz, warum machst Du sowas? Früher warst Du anders. Tja, schade, ich habe Dich wohl offenbar anders kennengelernt…“
Oh-oh, ganz böse Falle. Egal wie, Spielchen, Manipulation und Machtkampf sind eine absolute Gefahr für Freundschaften und Beziehungen…und für Dein Selbst. Das Beziehungen, in denen ständig gestichelt, beziehungsinterne Machtkämpfchen ausgetragen und Kontrolle ausgeübt wird, selten von Dauer sind, ist ja kein Geheimnis. Aber vor allem schadest Du Dir selbst dabei, egal welche Rolle Du einnimmst. Bist Du die Person, die manipuliert, versuchst Du Dir einen falschen Selbstwert anzueignen, indem Du den anderen zwingst, Dir das zu liefern, was Du Dir gerade vorstellst. Mit Liebe hat das rein gar nichts zu tun. Bist Du derjenige, der sich manipulieren lässt, ahnst Du wahrscheinlich schon an dem blöden Gefühl in der Magengrube, dass da etwas nicht stimmt, auch wenn Du es Dir vielleicht aufgrund der Zuneigung zu der anderen Person zunächst nicht eingestehen möchtest. Du merkst durch das Verhalten Deines Partners, dass er versucht, seine Ego-Probleme auf Dir abzuladen. Einen weniger liebevollen Akt in einer Beziehung gibt es kaum. Spielst Du mit, gibst Du Dich mit der Rolle des „Packesels“ einverstanden und bist von nun an derjenige, auf dem alles abgeladen wird, der schuld ist, der die Beziehung zusammen und den Partner bei Laune hält. Dein Selbstwert leidet immer mehr und so ist es nur eine Frage der Zeit bis Du erschöpft kapitulierst oder die Beziehung wutentbrannt beendest, denn so darf Dich ja niemand behandeln! Du siehst…bei den Spielchen gibt es keinen Gewinner, nur zwei Verlierer, die es sich nicht selbst wert waren, auszusteigen und sich auf das eigentliche Potential der Beziehung zu konzentrieren.

 

8. Drama

 
„Mein Bild von Männern hat meine Mutter damals so verdorben, dass ich heute keine erfüllenden Beziehungen führen kann! Hätte ich wenigstens einen anständigen Vater gehabt, wäre es noch zu retten gewesen…“
Klasse! Die Opferrolle steht Dir gut als Mensch, der keine Verantwortung übernehmen möchte. Nein wirklich, ganz ausgezeichnet! Bestimmt kennst Du auch Menschen, die äußere oder innere Umstände benutzen, um ihr ganz persönliches Drama zu kreieren. Vielleicht machst Du es ja selbst auch ganz gerne? In der Regel braucht man Dramen, um auf sich aufmerksam zu machen. Aber ich frage Dich eines: Wer ist Dir lieber? Ein unkomplizierter, einfacher Mensch, der vielleicht einige Macken hat, das Leben jedoch locker nimmt, oder jemand, der ein unglaublich bewegtes, extremes Leben führt, jeden Tag 5 Tonnen fremdverschuldete Probleme meisterlich lösen muss und sich andauernd darüber beschwert? Ganz ehrlich, am sympathischsten sind mir Menschen, die sagen: „Sophia, ich habe richtig Scheiße gebaut. In dieser Situation war ich einfach nur ein Feigling. Ich habe so viel gelogen und betrogen und ich schäme mich.“. Meine Sympathie bekommt viel eher einen Dämpfer, wenn mir jemand erzählt, wie sehr er unter etwas leidet, aber ganz offensichtlich nichts daran ändert. Man möchte meinen, diese Menschen leiden um sich in der aus dem Leid entstandenen Aufmerksamkeit zu suhlen. Ich spreche Dir ja nicht das Recht ab, Dich auch mal aufzuregen und ordentlich zu beschweren. Das kann unter Umständen auch sehr befreiend sein. Aber bitte benutze doch nicht kleinere oder größere Schwierigkeiten, wie Deine Vergangenheit oder das Verhalten anderer Menschen, um auf Dich aufmerksam zu machen; diese Aufmerksamkeit ist nicht das, was Du Dir wirklich wünschst. Wirklich herzliche, wohlwollende Aufmerksamkeit erreichst Du mit Echtheit. Und das tut Dir und anderen einfach gut!

 

9. Erwartungshaltung

 
„Beim ersten Treffen hat sie mir gesagt, sie wolle mich unbedingt wiedersehen, weil sie ehrliche Menschen schätzt. Und was macht sie? Nach 2 Monaten finde ich heraus, dass sie sich einfach nur aushalten lassen wollte!“
Autsch! Es gibt so viele Fallen und falsche Schlussfolgerungen. Klar, es wäre nur logisch, dass der Mensch, der Ehrlichkeit an anderen schätzt, selbiges als Qualität aufweist…aber seit wann sind Menschen denn logisch erfassbar? Vielleicht möchte dieser Mensch auch nur maximale Narrenfreiheit für sich beanspruchen, während alle anderen einfach und berechenbar für ihn bleiben? Zack, da ist wieder eine völlig logische Erklärung für diese Situation. Er macht sich die Welt so, wie sie ihm am meisten nützt. Es kann sich aber auch völlig anders verhalten. Verhindern lassen sich falsche Erwartungen nicht zur Gänze, es ist denke ich schwer voraussehbar, ob die beste Freundin am nächsten Tag den Partner des Lebens kennenlernt und sich ab dann 5 Monate lang nicht mehr meldet. Die Enttäuschung ist da – völlig klar, jedoch liegt es an Dir, damit so umzugehen, dass es nicht zu einem Problem für Dich wird. Als ganz besonders schwierig entpuppen sich Erwartungen, die zu Beginn von Partnerschaften entstehen. Allzu schnell möchte man den Partner kennenlernen, man ist verliebt, schnell rutscht der Partner in die Ecke des idealen „Lebenspartners“ und man ist fassungslos, dass es doch noch jemanden gibt, der so denkt, wie man selbst. Achtung, das macht den anderen noch lange nicht zum perfekten Partner! Plötzlich könnte Mrs. Right eine gut getarnte Schizophrenie aufweisen oder unter Spätfolgen einer Drogenvergangenheit leiden und es zu Deinem Problem machen. (Ich gebe zu, das klingt nach Katastrophendenken, aber ich würde es Dir nicht schreiben, wenn es nicht öfter vorkäme, als man sich das vorstellt!) Dasselbe geschieht in verheißungsvollen Projekten, die zwar abwechslungsreiche Tätigkeiten anbieten, Dich aber letztendlich mit Überstunden aussaugen. Begeisterung für eine Sache oder eine Person ist etwas förderliches. Besonders am Anfang einer Beziehung sorgt sie für das nötige „Feuer“, was einem in Krisenzeiten hilft, diese zu überstehen. Aber leg Dich nicht zu schnell auf ein Bild fest. Sei offen für Mögliche Wendungen, Änderungen und bisher unentdecktes Terrain. Davon gibt es jede Menge, insbesondere da, wo man es zunächst nicht erwartet…also bleib bei Dir! Dein Partner kann unter Umständen nichts für die nun enttäuschten Erwartungen, die Du an ihn gehängt hast!

 

10. Glückssuche

 
„Das Seminar letztens hatte mir wirklich die Augen geöffnet, ich habe es selbst in der Hand, dachte ich zumindest, aber irgendwie bin ich schon wieder schlechter drauf, ich glaube ich sollte mal den Intensivkurs machen…“
Das kannst Du natürlich tun, wenn es Dich unterstützt, aber den Fehler, den die meisten Menschen machen, die mithilfe von Therapeuten, Coaches, etc. ihr Leben verbessern möchten ist, dass sie erwarten, dort gerettet zu werden. Sie erwarten buchstäblich Wunder. Es ist nicht verkehrt, an Wunder zu glauben, jedoch muss man sie in jeder Faser für möglich halten! Menschen, die seit Jahren in derselben Situation festklemmen glauben viel mehr an diese verhasste Situation – das „Problem“- als dass sie an Wunder glauben, selbst wenn sie sich eines wünschen. Unterstützung ist sehr gut – doch Deine Probleme löst niemand für Dich, das kannst nur Du selbst. Mit dem Glauben daran, dass diese Situation für Dich lösbar ist, dass Du glücklich sein kannst, dass Du alle Voraussetzungen dafür bereits in Dir trägst, ist die Glückssuche bald vorbei – denn da, wo Du bist, ist auch das Glück schon längst. Glücklichsein ist etwas, was jederzeit entstehen kann. Aber wo soll Glücklichsein entstehen, wenn du noch viel zu sehr beschäftigt damit bist, Dein Unglück zu studieren, es zu bewerten und daran zu verzweifeln? Glück, oder, wie ich es lieber nennen möchte: Zufriedenheit ist eine Entscheidung. Dieses Thema ist ziemlich tiefgreifend. Es gilt zu verstehen, dass Glück nicht im Außen zu finden ist, sondern immer schon da ist. Es kommt wirklich auf unsere Entscheidungen an. Wie soll man das Blau des Himmels erkennen, wenn man sich weigert, die schwarze Sonnenbrille abzunehmen? Dazu empfehle ich Dir, meinen Artikel Auf der Jagd nach dem Glück zu lesen, falls Du Dich tiefer mit diesem Punkt auseinandersetzen möchtest.

Bis hierhin danke ich Dir schonmal ganz herzlich fürs Lesen und möchte Dich einladen, Dir den 2. Teil hier anzusehen, wenn Du magst.

 
Alles Gute für Dich,
Deine Sophia