20 Angewohnheiten die unglücklich machen → Teil 2

Bordüre-6.1Schön das Du wieder vorbeischaust, zum 2. Teil der 20 Angewohnheiten die unglücklich machen.
Teil 1 findest du hier.

 

11. Platz für Angst und Katastrophen

 

„Oh verdammt, ich sehs schon kommen. Letztes Mal als mein Partner so ruhig war, hat er sich danach fast von mir getrennt. Ich will ihn überhaupt nicht drauf ansprechen, es kommt sowieso etwas schlimmes dabei raus.“
Was würdest Du Deiner Freundin raten, die so etwas sagt? Beipflichten würdest Du ihr ja eher weniger, oder? Für jede Situation gibt es 1000 mögliche Entstehungsgeschichten und Ausgänge, niemand weiß, ob der Partner nun darüber nachdenkt, die Beziehung zu beenden oder ob er sich lediglich über den riesigen Kratzer in seinem Auto aufregt (das ist übrigens wahrscheinlicher!). Es gibt so einen schönen Satz, den ich mir in mein Wohnzimmer gehängt habe: „Das, worauf Du Deine Aufmerksamkeit richtest wird mehr.“. Der Begriff „Self Fulfilling Prophecy“ beschreibt es auch ganz gut: mit Katastrophendenken erreichst Du eine Katastrophe. Dein Partner wird merken, dass Du unruhig oder neurotisch wirst und genervt von Dir sein und wenn Du ihn dann panisch fragst, ob alles ok ist und ob es an Dir liegt wird er denken „Wie oft muss ich mir diesen Mist noch anhören? Ich brauche keine Partnerin, die andauernd an meiner Liebe zweifelt“ und sich ernsthaftere Gedanken machen, Dich zu verlassen. Dabei wollte er doch nur seine Ruhe haben, um den Kratzer im Auto zu verdauen… (Das Beispiel mag platt sein, aber das Prinzip funktioniert hier, wie bei anderen Geschichten auch.) Wenn Du von einem Verlauf der Geschichte überzeugt bist, dann ist es wahrscheinlich, dass genau das eintritt. Angst ist hierbei der beste Multiplikator – hast Du auch noch Angst vor diesem Ausgang, so hast Du in diese Befürchtung eine solch starke Emotion gelegt, dass es sehr wahrscheinlich ist, dass es genau so eintritt. Sei vorsichtig mit Deinen Gedanken, gib Angst nicht so viel Raum, Angst ernährt sich von Unachtsamkeit. Konzentriere dich auf das Jetzt. Angst überlebt nur, wenn du Zukünftiges befürchtest oder Vergangenes festhältst.

 

12. Schlecht reden

 

„Ich weiß es ja selbst. Ich bin übergewichtig, hab ne schlechte Haut und werde deswegen wohl nur einen Mann der selbst hässlich ist abbekommen…wenn überhaupt! Aber muss mir da dieses möchte-gern Topmodel mit Pferdegebiss dann auch noch mit Mitleid kommen?“
Vielleicht hat es das möchte-gern Topmodel ja nur gut gemeint. Wunde Punkte sind ein besonders schwieriges Thema, keine Frage und dort reagiert man am schnellsten über. Oft bezieht man auch Äußerungen negativ auf sich, die überhaupt nicht so gemeint waren. Aber nicht, dass Du nur schlecht über Deine Kollegin geredet hast, Du hast auch noch schlecht über Dich selbst geredet. Aber wie soll Dich denn jemand liebenswert finden, wenn Du andere und Dich selbst abwertest? Ein solches Verhalten wirkt auf Deine Umwelt nicht gerade anziehend – Du stellst vor Dir selbst geradezu ein großes „Achtung! Hier ist ein Negativitäts-Strudel, lasst euch alle mit hineinziehen!“ auf. Das Schlimme daran ist: Wenn Du selbst über Dich schlecht redest, fängst Du an, es zu glauben. Dann bist Du eben übergewichtig und hast unreine Haut, aber bist Du aufgrund dessen für alle Zeit gebrandmarkt? Ich bin der festen Überzeugung, dass jeder einen Weg findet, sich mit dem Unabänderlichen zu arrangieren, sich selbst zu ändern und die Welt gleich mit und sein Leben so gestalten kann, dass es Spaß macht. Messe Deinen Wert nicht an anderen und rede ihn nicht klein. Das macht kreuzunglücklich! Nichts auf der Welt ist schöner, als Menschen, die gelernt haben, aus sich selbst heraus zu strahlen und das können wir a l l e erreichen.

 

13. Verantwortungslosigkeit

 

„Irgendwie meckern andere in letzter Zeit nur noch an mir rum oder nutzen mich aus. Was stimmt nur mit denen nicht?“
Was stimmt denn mit Dir nicht, dass Du da mitspielst? Jeder ist seines Glückes Schmied – durch Warten, Hoffen oder Ertragen wird es nicht besser. Dein Leben wird keine glückliche Wendung nehmen, wenn Du nichts dafür tust. Versuche Dir dessen bewusst zu werden, dass Dein Leben so lange genau so bleibt; die Menschen so lange genau so bleiben, wie Du so bleibst wie Du bist. Wenn Du selbst Dich veränderst, tun es die Dinge auch. Und auch die Menschen. Mit dieser Veränderung meine ich natürlich nicht, dass Du Dich zwingen sollst, jemand zu sein, der Du nicht bist. Ganz im Gegenteil, fang an, Dich dafür zu schätzen, dass Du Du bist. Fange an, bei Dir anzukommen, egal, wie unzufrieden Du momentan bist. Der erste Schritt, Verantwortung zu übernehmen und damit Dein Leben in eine positive Richtung zu revolutionieren ist, dass Du ankommst, es akzeptierst, wie es ist und dann die Zügel in die Hand nimmst. Das ist das ganze Geheimnis. Egal, worum es geht. Bist Du unglücklich, übernimm die Verantwortung für Dein Unglück (Achtung! Das hat nichts mit Schuld zu tun!) und arbeite an der Veränderung. Das kann niemand anderes für Dich übernehmen. Egal, wie ungerecht manche Umstände sein mögen, egal wie krank Du bist oder wie gemein jemand zu Dir war, Du kannst es nicht rückgängig machen. Aber Du kannst es akzeptieren und leben! Wenn Du magst kannst Du hierzu gerne meinen Artikel über die Macht der Verantwortung lesen.

 

14. Identifikation mit Leid

 

„Ich bin jetzt wirklich schon so lange krank, also wenn jemand weiß was es heißt depressiv zu sein, dann ich. Ich könnte schon fast ein Buch darüber schreiben.“
Wie wäre es denn, Dein ganz persönliches Drehbuch umzuschreiben? Ich kenne Menschen, die an Depressionen erkrankt sind, sich jedoch nicht davon abhängig machen. Es geht Dir wirklich schlecht, keine Frage und das brauchen wir uns auch nicht schön zu reden. Aber b i s t Du dieses Leid? B i s t Du die Depression, Krankheit, Kummer u.s.w. ? Natürlich bist Du das nicht. Auch wenn es wirklich schwer fällt zu glauben – und als erkrankter Mensch zu fühlen – Du existierst außerhalb dieses Leids. Du bist jemand anderes als das, wozu diese Leiden Dich machen wollen. Ich habe es immer so beschrieben: Wenn Du in einer leidvollen Situation gefangen bist, dann versuche, den Punkt in Dir zu finden, der davon nicht angerührt werden kann. Der Punkt, der immer Du bleibst und der immer gesund bleibt, egal, was um Dich und mit Deiner Psyche oder Deinem Körper passiert. Versuche, diesen Punkt zu finden, zu spüren, mit Energie zu füllen und zu behüten. Versuche Dir dieses Punktes so bewusst zu werden, dass Du jederzeit auf ihn zurückgreifen kannst. An diesem Punkt bist Du Du selbst, dort kann Dir nichts passieren. Franz Kafka sagte „Der Mensch kann nicht leben ohne ein dauerndes Vertrauen zu etwas Unzerstörbarem in sich, wobei sowohl das Unzerstörbare als auch das Vertrauen ihm dauernd verborgen bleiben können“. Das Unzerstörbare ist Dein Selbst. Und noch was: Du bist nicht Dein Körper!

 

15. Sich nicht ändern wollen

 

„Das ist unsere gemeinsame Wohnung, wenn einer auszieht, dann Du!“
Egal ob in einer Trennungssituation, einem Streit oder einer Diskussion, sich nicht ändern wollen, immer auf dem eigenen Standpunkt festgeschweißt wie der Fels in der Brandung zu stehen kostet nicht nur Unmengen an Energie – es macht vor allem auch einsam. Eine Freundin sagte mir „Ich kann das nicht verstehen, wie man so auf seinem Standpunkt beharren kann, als ob das Leben davon abhinge!“. Aber genau das tut es vermeintlich! Manche Menschen bauen sich ihre gesamte Identität um einen Standpunkt, den sie niemals verlassen wollen, auf und wenn jemand daran rüttelt, werden sie zu Bestien, die um ihr Leben beißen. Dies sind die Momente, in denen ein falsches Selbstbild um seine Berechtigung kämpft. Wer mutig ist, erkennt das und lernt, nachzugeben. Zu wissen, dass man sich jederzeit irren kann, ist unglaublich befreiend. Dasselbe gilt für andere Angewohnheiten, bzw. Dinge, die Du in Deinem Leben tust, die einfach ungesund sind. Dennoch tust Du sie, weil Du meinst, sie gehören zwangsläufig zu Deinem Leben dazu. Das tun sie auch – bis Du Dich entscheidest, gründlich auszumisten und statt 5 eben 2 Stunden deiner Freizeit vor dem PC zu sitzen. Nichts ist absolut, das sollte eigentlich jeder erwachsene Mensch wissen, aber dennoch verhalten sich die meisten von uns, als gäbe es nur eine Wahrheit und zwar die, in der alles absolut ist und Recht bekommen eine Bestätigung deines Selbst ist.

 

16. Ausreden

 

„Ja klar bin ich Vegetarier. Ich esse schon seit 15 Jahren kein Fleisch. Okay, wenn ich bei meiner Oma zu Gast bin, dann hab ich auch m a l den Speck gegessen, aber das ist zumindest Fleisch von glücklichen Tieren…“
Bla, bla, bla. Ich kenne so viele „eigentliche“ Leute. Eigentliche Vegetarier, eigentliche Bio-Käufer, eigentliche Ökotouristen, eigentliche Tierschützer, eigentliche Weltverbesserer, eigentliche Lebenskünstler, eigentliche Allergiker, eigentliche Eheleute, eigentliche Ex-Junkies und so weiter. Nunja, Du weißt ja schon, was sie gemeinsam haben. Das, was sie zu ihrem Dogma erklärt haben, halten sie selbst nicht ein. Und das ist g u t so! Was nicht gut daran ist, ist, dass sie sich dafür verurteilen, andere dafür verurteilen und Ausreden erfinden, um zu legitimieren, dass sie irgendwelchen imaginären Ansprüchen nicht genügen. Was für ein hausgemachter Blödsinn! Wenn Du Vegetarier bist, dann sei es doch bitte gerne und geißle Dich nicht selbst mit Dogmen, hinter denen Du nicht stehst, nur um etwas zu sein, dass Du nicht bist. Ausreden braucht man, wenn man behauptet, etwas zu sein, bzw. für etwas zu stehen und es zu 100% und jederzeit zu erfüllen. Wenn Du Dich hauptsächlich vegetarisch ernährst, aber bei Deiner Oma nicht auf den leckeren Speck verzichten möchtest, verstehe ich nicht, warum es so ein Problem darstellt, zu sagen, dass Du hauptsächlich fleischlos isst!? Klar „Vegetarier“ klingt nach mehr, aber wozu das ganze? Sind nicht gerade Vegetarier die, die sich bewusst nicht an Gesellschaftsstandards messen möchten? Worauf ich hinaus möchte ist, dass Du Dir Dein Leben nicht selbst schwer machen solltest durch unnötige Regeln, durch deren Erfüllung Du Dich selbst anerkennen kannst. Lerne Dich anzuerkennen, auch mit deiner Vorliebe für Omas Speck. Lerne Dich anzuerkennen, dass Du trotzdem auf das Stück Schokolade nicht verzichten möchtest, auch wenn Du auf Diät bist. Und wenn Du es Dir selbst wirklich nicht erlauben kannst, dann steh dahinter und erfinde keine Geschichten, um es Dir leichter zu machen. Selbstakzeptanz ist ein großes Thema, aber auch große Themen beginnen mit dem ersten Schritt.

 

17. Vergangenheit – Zukunft

 

“Wäre das nicht passiert, hätte ich jetzt die Kraft, mein Leben zum Positiven zu ändern und mich zu verwirklichen. Aber ich habe viel mehr Angst, irgendwann nicht mehr zu können und womöglich noch im Job schlapp zu machen.“
Erlebnisse, die in der Vergangenheit passierten haben dafür gesorgt, dass Du in Deiner gegenwärtigen Situation unzufrieden und gefangen bist und angstvoll eine Zukunft befürchtest, in der sich alles nur noch mehr verschlimmert. Das kennen wohl die meisten von uns. Dabei macht es doch so unglücklich, ja sogar wirklich krank, sich andauernd mit Dingen auseinanderzusetzen, die überhaupt nicht existieren. Oder existiert jetzt gerade die Zukunft? Existiert gerade die Vergangenheit? Hänselt Dich gerade der dumme Nachbarjunge oder erlebst du jetzt gerade, wie Die Frau, von der Du bereits 5 Jahre geschieden bist, Dich gerade betrügt? Erlebst Du gerade, wie Dein Arbeitgeber Dir kündigt, weil Du nicht mehr leistungsfähig bist? Das passiert nur in Deinem Kopf. Nur in Deinem Kopf ist es real. Aber ist es nicht vollkommen überflüssig, sich wegen etwas zu quälen, was de facto nicht existiert? Vorausschauend zu handeln ist nichts verkehrtes, aber sich aus Angst vor etwas, was überhaupt nicht eintreten muss, begünstigt man im Regelfall sogar das, wovor man sich fürchtet. Möglichkeiten und Eventualitäten auszuloten ist auch nicht verkehrt, solange man nicht hysterisch deswegen wird. Es nimmt Dir die Energie, noch immer darunter zu leiden, was Deine Frau damals getan hat. Nichts in der Welt kann allerdings daran etwas ändern, dass es passiert ist. Du kannst entweder Verantwortung für dein Leben übernehmen und auch versuchen, Dich auf den gegenwärtigen Moment zu konzentrieren, oder Du bleibst im Leid verstrickt aus Dingen, die Du befürchtest, oder Dingen, die Dir passiert sind. Es ist eine Entscheidung. Keine einfache, das ist völlig klar, aber nur Du kannst sie treffen.

 

18. Abhängigkeit

 

„Ohne meinen morgendlichen Kaffee bin ich nur ein halber Mensch.“
Bilde ich mir das nur ein oder sagt das mindestens jede dritte Person in meinem Umfeld? Gehts Dir auch so? Warum ist das denn normal, so etwas zu brauchen? Warum hält man es überhaupt für normal solche Dinge zu brauchen? Warum macht man sich von mehr abhängig, als nötig wäre? Ob das nun Genussmittel sind oder Personen, jemanden oder etwas zu brauchen (mal von lebensnotwendigen Dingen abgesehen) ist doch ungemein einengend. Vor allem ist es natürlich spätestens dann enorm belastend, wenn die bestimmte Person das überhaupt nicht so toll findet, dass Du Dich von ihr abhängig machst. Z.B. wenn Du von Deinem Partner erwartest, dass er Dich glücklich macht. Du gibst ihm zu verstehen, dass nur er dazu befähigt ist und packst ihm eine Last auf, die er eigentlich nicht tragen sollte, sondern Du. Wenn Du aus Dir selbst heraus nicht glücklich sein kannst, kann auch kein Partner der Welt Dich wirklich glücklich machen (höchstens glücklich stimmen) und wenn Du aus Dir selbst heraus nicht empfinden kannst, was das für ein toller Morgen ist, wie um alles in der Welt schafft das dann ein Kaffee? Stell Dir mal vor, der Kaffee wäre aus – wäre das dann tatsächlich ein Grund, dass man sich dadurch beeinträchtigt fühlt? Man kann sich das Leben um einiges einfacher machen, indem man sich am Kaffee erfreut, ohne ihn zu brauchen, indem man die Zeit mit dem Partner einfach genießt, anstatt ihn für seine emotionalen Defizite verantwortlich zu machen, indem man einfach mal das Haus verlässt, ohne neurotisch zu werden, weil man sein Handy vergessen hat. Das Leben kompliziert zu gestalten macht man tatsächlich am einfachsten und wirkungsvollsten, indem man sich Abhängigkeiten anlacht. Je mehr Abhängigkeiten Du hast, umso wahrscheinlicher ist es, dass Dir eine nicht befriedigte Abhängigkeit den Tag, die Woche oder dein ganzes Leben versaut. Lass das nicht zu, schmeiß die Abhängigkeiten raus.

 

19. Ungesund leben

 

„Weißt Du was richtig genial ist? Meine Smartphone-App erinnert mich jeden Tag um 11 und um 17 Uhr an meine Dankbarkeitsübung, um 14:30 an meine Nahrungsergänzung und um 18 Uhr noch an mein abendliches Yoga. Ich lebe mittlerweile dadurch richtig gesund!“
Gratulation. Wenn nun schon ein Handy dem Körper abnehmen soll, sich bemerkbar zu machen, wenn er etwas braucht, dann weiß ich auch nicht mehr weiter. Es ist purer Stress, sich nach einem Stundenplan zu ernähren, ständig Pillen hinunterzuwürgen und somit das Gefühl zu verlieren, wie es ist, wenn der Körper etwas von Dir fordert. Du nimmst diese Aufgabe dem Körper ab und verdonnerst deine Körperwahrnehmung zum Stillschweigen – das übernimmt ja nun Dein Smartphone für Dich. Das mag für Dich jetzt übertrieben klingen, vielleicht auch nicht, aber es gibt so viele Menschen, die tatsächlich so leben. Stopp stopp stopp!!! Zurück zur Natur, mach dir einen Gerstengras-Karotten-Smoothie, weil Du Lust darauf hast. Nimm Spirulina Algen, weil Du bemerkst, dass Dir Nährstoffe fehlen und zwar so lange, bis Du Dich besser fühlst. Iss eine riesige Portion Currywurst mit Mayonnaise und Geschmacksverstärkern, wenn Du jetzt gerade total Lust darauf hast! Ja, tu es! Es gibt nichts schlimmeres, sich für einen gesunden Lebensstil zu geißeln, denn rückwirkend löst das einen unglaublichen Stress aus, den Du vermeiden kannst, indem Du lernst auf Deine Seele und Deinen Körper zu hören und das Leben genießt. Kein Wunderdrink der Welt macht Dich gesund, wenn es Dich nervt, ihn ständig zuzubereiten und er Dir noch nicht mal schmeckt. Meditation verfehlt ihre Wirkung total, wenn Du Dich widerwillig zwingen musst, es regelmäßig zu tun. Ich möchte es Dir noch einmal sagen: Wenn Du es tust, dann tu es gerne.

 

20. Schubladendenken

 

„Ich hab diesen BWLer kennengelernt, aber der hat bestimmt kein Verständnis für meine spirituelle Ader. Zum Glück hatte ich an dem Tag nicht so bunte Klamotten an, wie sonst!“
Vielleicht ist aber auch gerade „dieser BWLer“ derjenige, der in seiner Freizeit im Indianerkostüm um ein Feuer tanzt, in der Schwitzhütte sitzt oder Dich eben dafür liebt, dass Du Dich bunt und unkonventionell kleidest und ebenso unkonventionell denkst! Ich finde Schubladendenken ist wirklich die offensichtlichste Art, sich unglücklich zu machen, weil man andauernd aufgrund von Vorurteilen in blöde Situationen rutscht oder wirklich schöne Situationen gar nicht entstehen, weil man sich ihnen zu früh entzogen hat. Ich möchte Dich einfach ermutigen, die Schubladen zu zu lassen, denn wirkliches Potential entwickelt sich nur, wenn es nicht zuvor im Keim erstickt wurde. So viele Menschen haben mich überrascht, es ist fast schon wie ein neues Universum und eine ganz große Liebe für die Menschen, die sich entfaltet, wenn man diese unsinnige Angewohnheit abschafft. Klar hilft es Dir, Dich von einer Person, die Dir nicht sympathisch ist, abzugrenzen, indem Du sie in die Schublade „blöde Zicke“ steckst. Dennoch ist es schlichtweg unfair, Du bist schließlich bestimmt auch schon einmal zu jemandem eine blöde Zicke gewesen und b i s t Du es denn wirklich? Wahrscheinlich nicht. Nicht jeder schwarz gekleidete unheimliche Typ hat Depressionen und Glaubenskonflikte, so wie nicht jede stark geschminkte Frau oberflächlich ist. Ich weiß, das muss ich Dir eigentlich nicht sagen. Aber abgestempelt zu werden hat niemand verdient – jeder hat einen Grund, sich so zu geben, wie er sich gibt, so auszusehen, wie er aussieht und „seltsame“ Hobbys zu pflegen. Jeder hat einen Grund, warum er unfreundlich ist oder gerne lästert. Wahrscheinlich werden negativ eingestellte Menschen es Dir auch nicht danken, dass Du fair bleibst und sie nicht verurteilst. Größtenteils werde sie es nicht mal merken, aber es geht hier um Dich. Und Du tust Dir selbst den größten Gefallen, wenn Du nicht in eine wertende Resonanz mit Menschen gehst. Die größten und schönsten Überraschungen kommen auf Dich zu, wenn Du offen bist.

 
Ich hoffe, Dir mit diesen 20 Angewohnheiten vielleicht ein wenig geholfen zu haben, Dich selbst zu entrümpeln. Ich gebe zu – viele von ihnen sind gar nicht mal so einfach abzuschaffen, einige holen Dich auch immer wieder ein. Aber es muss nicht alles sofort und gleich perfekt sein. Soll es auch gar nicht. Ohne Aufgaben im Leben, würden wir uns schließlich nicht weiterentwickeln.
Ich wünsche Dir, dass es Dir gelingt, der ein oder anderen Angewohnheit Lebewohl zu sagen und einfach zufriedener zu leben!

Ich wünsche Dir hierfür alles Gute und viel Erfolg,
 
Deine Sophia