Langer Winter, schlechte Laune.

Bordüre IndienVon Frühjahrsmüdigkeit kann man ja wohl kaum reden. Wir sind vielmehr alle so müde und schlapp, weil es ein extrem langer Winter ist. Und das setzt uns allen zu, ganz sicher.
Auch wenn es klar auch eine Frage der Einstellung ist, ob Dir diese lange Kälte keine schlechte Laune bereitet, gibt es jedoch eine ganze Reihe an unschönen körperlichen Phänomenen, die unser Wetter momentan verursacht. Der größte negative Nebeneffekt ist der Vitamin-D-Mangel.Vitamin D wird vorzugsweise durch Lichtaufnahme produziert und durch die Nahrung aufgenommen.
Nahrung schön und gut, aber welche? Und Licht? Wie denn wenn sich die Sonne seit Monaten verkriecht? Ich möchte Dir heute ein paar Tipps geben, wie Du dem Lichtmangel entgegentrittst und dich trotz wenig Sonne und langer Kälte wohl fühlen kannst.

 
Vitamin D ist unter anderem wichtig für unser Bindegewebe, die Speicherung von Calcium und Phosphat im Körper, das Immunsystem, Herz-und Kreislauffunktionen, den Stoffwechsel, den Hormonhaushalt und wirkt gegen oxidativen / reduktiven Stress und ist für eine Reihe psychischer Funktionen (Lebenskraft, Motivation, Aufmerksamkeit, Harmonie, Ruhe, Schlaf, Belastbarkeit) verantwortlich. Dir fällt auch auf, wie viel das ist, oder?

Wir westlichen Menschen nehmen Vitamin D besonders über das Sonnenlicht auf. Und dieses fehlt uns gerade. Wenn Du Dir diese Reihe an Dingen anschaust, die Vitamin D beeinflusst, ist es ja auch nicht wirklich verwunderlich, dass wir alle momentan nicht so ganz im Besitz unserer Kräfte sind.
Aber es gibt ja noch die Nahrung… oder? In unserer westlichen Welt sorgt die Nahrung leider nicht über eine ausreichende Versorgung mit Vitamin D. Deswegen haben die meisten von uns, insbesondere die, die aus beruflichen Gründen ständig im Haus hocken müssen, einen ausgewachsenen Vitamin D Mangel. Oft ist es nicht die Arbeit selbst, die Dich so müde macht, sondern im gleichen Maße der Lichtmangel!

Vitamin D3 wird unter Sonneneinstrahlung in den Unterhautfettzellen im menschlichen und tierischen Körper gebildet. (Je mehr Hautfläche der Sonne ausgesetzt ist, umso stärker arbeitet die Vitamin-D3-Produktion.) Außerdem wird zusätzlich durch das Trinken von Alkohol und durch Psychopharmaka die Vitamin-D-Produktion erheblich erschwert und teilweise verhindert. Außerdem ist Vitamin D unabdinglich, da bei einem Mangel der Darm nicht mehr genügend Calcium aufnehmen kann und es so zu schweren Knochen- und Gelenkbeschwerden, sowie massiver Übersäuerung führen kann, die nicht wieder herzustellen sind.

 

Also, wie kommst Du nun an Dein Vitamin D?

 

Natürlich ist es wichtig, sich trotz der unsympathischen Kälte draußen aufzuhalten und zwar so oft es eben geht. Wenn die Sonne zwischendurch mal rauskommt, empfiehlt es sich, sich mal kurz in einer Decke auf die Terrasse zu setzen oder im Büro ein paar Minuten aus dem Fenster zu schauen. Trotz den ganzen gesundheitlichen Nachteilen kann ein 15-20-minütiger Besuch im Solarium bei extremem Lichtmangel wahre Wunder wirken. Ich bin im Dezember, als ich eine Licht-Durststrecke hatte, ein Mal ins Sonnenstudio gegangen. Danach habe ich mich deutlich besser gefühlt. Jedoch solltest Du das nur im absoluten Lichtmangel-Notfall tun, denn es ist wirklich schädlich für die Haut.
Da unsere westliche Kost so gut wie kein Vitamin D enthält, solltest Du darauf achten, fetten Seefisch, wie z.B. Lachs, der wild lebt, zu essen. (Achtung: Wegen der extremen Überfischung unserer Meere auf das Fanggebiet achten!) Besonders wild gefangener, fetter Fisch enthält eine erhebliche Menge an Vitamin D. Außerdem gibt es einige Pilzsorten, wie z.B. der Shiitake-Pilz, der ebenso viel Vitamin D enthält, wie Wildlachs.

 
Auch wenn es grausig schmeckt: Lebertran ist und bleibt Nahrungsergänzungsmittel Nr. 1 zur Vitamin-D-Aufnahme. Ich weiche da allerdings auch gerne auf Fischöle aus. Die gibt es in der Regel in Reformhäusern und Apotheken. Damit kann man wunderbar Salate und andere Gerichte anreichern. Allerdings bitte nicht erhitzen oder damit braten – dann ist die Wirkung dahin.
Okay: Fisch, Pilze, Lebertran und Fischöl ist zugegebenermaßen nicht sonderlich abwechslungsreiche Kost. Und natürlich ist es nicht gesagt, dass Dir das auch schmeckt. Essen soll ja auch Spaß machen.

 
Deshalb gibt es noch zusätzlich die Methode, Vitamin-D-Präparate zu sich zu nehmen. Hier empfehlen sich z.B. Ergocalciferol und Cholecalciferol, sowie Vigantol-Öl. Allerdings rate ich ausdrücklich davon ab, sich diese Präparate auf eigene Faust zu beschaffen und nach Gutdünken einzunehmen. Es kann nämlich zu Unterdosierung, wie zu heftiger Überdosierung dabei kommen. Bitte keine herkömmlichen, freiverkäuflichen Vitamin-D-Präparate aus Drogerien und Apotheken kaufen, diese decken Deinen Bedarf in der Regel unzureichend bis überhaupt nicht.
Zu therapeutischen Zwecken müsste man z.B. 500% der üblicherweise empfohlenen Dosis, die sich auf dem Beipackzettel dieser Präparate befindet, zu sich nehmen, um einen guten Effekt zu erzielen! Es ist bei der Einnahme dieser Präparate äußerst wichtig, dass Dein Bedarf zunächst abgeklärt wird, um herauszufinden, welche für Dich die geeignete Dosis ist. Falls die richtige Dosierung nicht eingehalten wird, drohen Nierensteine und Verkalkungen und das wollen wir ja nicht. Neuere Studien beweisen, dass erst Dosen ab 2.000 IE das Immunsystem stützen. Das ist das fünffache der zunächst empfohlenen Tagesdosis.
Aber genug von dem medizinischen Kram: Sprich am besten mit deinem Arzt oder Heilpraktiker, falls Du Dich für ein Präparat entscheiden solltest.

 
Anzeichen für einen Mangel an Vitamin D fangen übrigens an bei Müdigkeit und Schwäche, Konzentrationsschwäche, Nervosität, schlechtem Schlaf, Heißhunger auf Süßigkeiten und Antriebslosigkeit an und enden in schweren Fällen unbehandelt bei Krankheiten wie Depressionen, Rheuma, Krebs, Mangelerscheinungen, Unverträglichkeitsreaktionen auf Nahrungsmittel und schweren Schwächezuständen.

Es ist also wichtig, dass Du nicht zu Hause sitzt und abwartest, bis die Sonne sich blicken lässt und Temperaturen um 20°C herrschen, sondern, dass Du dem Winter aktiv entgegentrittst und Dich diesem Teufelskreis entziehst. Ist doch auch schöner dem langen Winter die Zunge rauszustrecken, statt sich von ihm platt walzen zu lassen, oder?

 

Ich fasse es nochmal zusammen:

 

1. Arbeitspausen im Freien, sowie Spaziergänge, trotz Kälte. (Du schaffst das!)
2. Wenn die Sonne sich doch mal blicken lässt: Ab ans Fenster für ein paar Minuten.
3. Fetter Seefisch und manche Pilze enthalten viel Vitamin D.
4. Lebertran und Fischöle als Nahrungsergänzung (Ich weiß, es ist ekelig!)
5. Vitamin-D-Präparate (z.B. Ergocalciferol, Cholecalciferol, Vigantol-Öl).
6. Auf die Calciumversorgung achten.

 
Wenn Du diese Infos beachtest, bin ich sicher, dass Du Dich schon sehr bald munterer und stärker fühlen wirst. Ich wünsche Dir dafür viel Glück!

 
Außerdem empfehle ich Dir noch Folgendes: Versuche Dich so zu verhalten, als wäre das schöne Frühlingswetter schon längst da! Mache ein schönes, wärmendes Bad am Morgen, benutze angenehm nach Frühling duftendes Duschgel und Körperöl, mache Dir einen leckeren Cocktail oder selbst gepresste Fruchtsäfte, schmeiß Deinen Grill an! Iss Obstsalat, schenk Dir selbst Blumen, dekoriere um, mache Frühjahrsputz und lege eine CD mit Südamerikanischer oder Spanischer Musik ein. Du darfst nie vergessen, dass es auch darauf ankommt, den Frühling zu Dir zu holen. Frühling beginnt vor allem im Kopf, nicht auf dem Thermometer.

 
Bleib munter,

 
Deine Sophia

 

 

 

 
Wenn Du Dich weiter über Vitamin D informieren möchtest, empfehle ich einen Besuch auf: www.vit-d.info. Der neueste Stand liegt im September 2012.