Meine 10 Alltagsrituale

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Innehalten – Pause machen – Wohlfühlen – Ruhe finden: Dir selbst gut tun.

 
Schon lange habe ich geplant, für Dich einmal meine 10 liebsten Alltagsrituale aufzulisten. Es ist nichts weltbewegendes, aber sie sorgen für ein rundum-Wohlgefühl, besonders, wenn ich diese kleinen Rituale über den Tag verteile. 10 Rituale am Tag erscheint vielleicht auf den ersten Blick viel, aber ich integriere wirklich ohne Probleme, auch an einem Arbeitstag, alle 10 Punkte in jeden Tag. Und das seit Jahren, ganz natürlich und ohne Mühe und ohne sonderlich darauf zu achten. Natürlich nehme ich nicht jeden Tag alles, was ich unter einem Punkt zusammengefasst habe, wahr. Zum Beispiel mache ich nicht an einem Tag ein Fußbad, eine Ölziehkur und noch eine Nasendusche. Also manchmal schon, aber in der Regel wechselt es sich ab. Ich finde es wichtig, sich von Zeit zu Zeit einen Moment für sich selbst zu nehmen. Es hilft, ausgeglichener zu sein, ein positives Körpergefühl zu entwickeln und auch die Wahrnehmung zu schärfen.
Bist Du bereit? Fangen wir an!

 

1. Dankbarkeit: Jeden Morgen 3 Dinge finden, für die man dankbar ist.

Wenn der Wecker klingelt überlege ich mir jeden Tag 3 Dinge, für die ich gerne aufstehe, Menschen, über die ich in meinem Leben besonders glücklich bin, denke an Gefühle und Erinnerungen, von denen ich froh bin, dass sie mich zu der Person gemacht haben, die ich jetzt bin. Oft werden es natürlich auch mehr als 3. Diese Übung finde ich so simpel und schön, sie hilft, Dankbarkeit in das alltägliche Leben zu integrieren und leichter wahrzunehmen, wie viele schöne Seiten das Leben eigentlich hat. Außerdem beugt es vor, „mit dem falschen Bein“ aufzustehen und Gefahr zu laufen, den ganzen Tag als Miesepeter zu fristen.

 

2. Ordnung: Regelmäßiges Lüften.

Jeden Tag zu lüften ist ein Ritual, was auf einfachste Weise die Raumatmosphäre wieder buchstäblich in Ordnung bringen kann. Vielleicht ist für Dich das regelmäßige Lüften eine ganz selbstverständliche Sache – jedoch ist das nicht für alle so. Ich lüfte immer morgens und abends, reiße alle Fenster auf und genieße, wie die frische Luft in meine Wohnung strömt. Oft auch zwischendurch. Sie hilft mir, konzentriert und wach zu bleiben, selbst wenn ich einmal nicht genug geschlafen habe. Es muss auch nicht lange sein, aber einfach die Raumluft ab und zu aufzufrischen und mit Sauerstoff anzureichern hat natürlich auch positive Effekte auf Körper und Psyche.

 

3. Zentrieren: Meditieren und Yoga.

In die eigene Mitte zu kommen und auch dort zu bleiben ist wahrscheinlich das Ziel aller ganzheitlich orientierten Menschen, Dich und mich eingeschlossen. Wahrscheinlich muss ich Dir auch nicht erst erklären, dass Meditation und Yoga die mit Abstand kraftvollsten Übungen sind, um genau das auf lange Sicht zu erreichen. Dennoch ist dieser Punkt, zumindest für mich in meinem Tagesablauf so wichtig, dass ich ihn natürlich nennen muss. Meistens praktiziere ich Yoga Nidra, den „Yogaschlaf“ und gehe meine liebste Yogasequenz, die ich hier auch einmal vorgestellt habe, durch. Wenn ich besonders viel Zeit habe, meditiere ich und mache zusätzlich Yoga. Natürlich ist das Ganze umso entspannender und wirkungsvoller, je mehr Zeit man sich dafür nehmen kann.

 

4. Sinne: Achtsames Essen.

Besonders großgeschrieben wird die Achtsamkeitspraxis natürlich im Buddhismus, wie etwa in Form der vier Grundlagen der Achtsamkeit oder, wie ich in einer Dokumentation über Thích Nhất Hạnh sah, das achtsame Essen. Bis dato war mir nicht sonderlich klar, wie wichtig es war, auch sein Essen, bzw. gerade sein Essen in die Achtsamkeitspraxis mit einzubeziehen. Isst und kocht man bewusst, ist das Erleben des Essens deutlich intensiver, da man die Mahlzeit von Entstehung bis Verzehr ganz bewusst mit allen Sinnen begleitet. Ganz davon abgesehen, dass wir ja schon im Kindesalter beigebracht bekommen, dass langsameres, gründliches essen gesünder für den Körper ist, ist natürlich die positive Wirkung unseres Essens auf unseren Geist um ein vielfaches verstärkt. Ich schaffe es im Alltag natürlich auch nicht immer, achtsam zu essen. Aber ich merke, dass ich jetzt automatisch Mahlzeiten anders wahrnehme, als zu Zeiten, in denen ich ein Essen nur als Mittel zum Zweck angesehen habe.

 

5. Ruhepause: Atmen und Reflektion.

Unser Atem ist Lebensenergie. Ruhiges, tiefes Atmen, Fokus auf den Atem ist eine praktische „Mini-Meditation“ für zwischendurch, welche man an wirklich jedem Ort praktizieren kann. Gerade durch die Beschäftigung mit Yoga und Meditation bekam ich einige Atemtechniken automatisch mit auf den Weg. Ich empfinde, sich ab und an wirklich nur auf den Atem zu konzentrieren, als die wirksamste Übung, auch mitten im Alltag(sstress) in der eigenen Mitte zu bleiben. Während ich atme frage ich mich selbst „Wie geht’s dir?“. Alleine diese Frage bringt mich automatisch in meine Mitte, ich fühle, wie ich mich fühle, ich nehme wahr, wie es in mir aussieht. So kann ich natürlich auch viel leichter die Dinge erkennen und aussortieren, die mir in diesem Moment (oder auch längerfristig) nicht gut tun.

 

6. Liebe: Jemanden anrufen, der einem viel bedeutet.

Manchmal möchte man einfach seine Ruhe haben, ich verstehe das sehr gut. Aber dennoch ist der Kontakt zu lieben Menschen einfach Balsam für die Seele. Aber auch hier ist wichtig, zu erkennen, wer einem wirklich gut tut und wer nicht. Fühle ich mich nach einem Gespräch leer, kraftlos und angespannt, tut mir der Mensch nicht gut. Beflügelt es mich, fällt das Sprechen mit dieser Person leicht und kann diese Person einen auch im Wunsch, allein zu sein respektieren, ist dieser Mensch auch gut für mich. Und diese Menschen rufe ich gerne an, auch wenn ich alles andere als eine Quasselstrippe bin. Manchmal schreibe ich auch einfach mit ihnen und natürlich sind Treffen mit diesen Menschen einfach das Schönste. Den Kontakt zu anderen zu suchen, spannt uns aktiv in unsere soziale Umgebung ein, schafft neue Eindrücke außerhalb der eigenen vier Wände. Teilzuhaben am Leben anderer Menschen und das Gefühl, dort willkommen zu sein, einen Platz zu haben, ebenso wie zu wissen, dass man diesen Menschen ebenso Gutes tun kann, ist ein wahnsinnig kraftvolles Gefühl. Uns ab und an in diesem Gefühl zu baden ist ein ungeschlagenes Lebens- und Laune-Elixier.

 

7. Seele: Eine Tasse Tee.

Was hat eine Tasse Tee mit der Seele zu tun? Alles! Genau wie beim achtsamen Essen ist das Trinken einer Tasse Tee für mich ein kleines Ritual, meine Sinne anzuregen, im Geschmack zu schwelgen und mich wohlig warm zu fühlen. Tee gibt mir das Gefühl von Geborgenheit und je nach dem, welche Teemischung ich herauspicke, kann ich damit auch meine Laune beeinflussen. Früchte- und Gewürztees nehme ich gerne, wenn ich mich lebendig fühle, voller Tatendrang bin oder eben, wenn ich genau dieses Gefühl in mir triggern möchte, weil ich schlapp bin. Kräutertees nehme ich gerne morgens und Abends und wenn ich mich übersäuert fühle. Tee hat also auch eine medizinische Komponente für mich. Möchte ich mich besser konzentrieren, nehme ich sehr gerne Kräutertees mit Zitrusnote (z.B. mit Gingko, Zitronenverbene oder Lemongrass). Egal in welcher Lebenssituation – eine Tasse Tee bedeutet für mich „Alles ist gut.“.

 

8. Aromatherapie: Räuchern und ätherische Öle.

Wo wir gerade beim Beeinflussen der Laune sind, dürfen natürlich meine allseits beliebten Räuchermischungen nicht fehlen. Da ich jedoch höchstens einmal pro Woche räuchere, um meine Räume zu klären, bzw. andere Energien und Harmonie zu erzeugen, greife ich sonst sehr gerne aus die Wirkung ätherischer Öle zurück. Meine Lieblingsöle sind beispielsweise Bergamotte, Melisse, Orange, Litsea, Geranium und Ylang Ylang. Ob ich sie mir in ein Bad träufle oder sie an Schläfen und Handgelenken verteile, Öle sind ein toller Begleiter für mich. In meinem nächsten Beitrag werde ich einige Öle vorstellen, Du darfst also gespannt sein.

 

9. Körper: Fußbäder, Ölziehkur und Nasendusche.

Ob Du nun alles kombinierst oder aus zeit- oder sonstigen Gründen nur eines dieser kleinen „Rituale“ wählst, die Wahl ist mit Sicherheit immer gut. Die Nasendusche finde ich wirklich enorm erfrischend, auch wenn man sich während der Dusche selbst meist nicht sonderlich gut fühlt. Das „durchgespülte“ Gefühl danach ist, besonders jetzt zur „Heizungszeit“ einfach genial und das nicht nur in Erkältungsphasen. (Achtung! Das Salz darf nicht zu konzentriert sein!) Die mittlerweile – zu Recht – in Mode gekommen Ölziehkur hat einen ähnlichen Effekt, hier natürlich im Mund. Sie unterstützt die Mundhygiene, eliminiert Erreger und sorgt für ein angenehm sauberes Gefühl danach. Fußbäder haben auf mich eine wunderbare Wirkung. Besonders gerne mache ich basische Fußbäder oder Bäder mit ätherischen Ölen. Ich finde es immer wieder beeindruckend, welchen großen Unterschied ein Fußbad bei kalten Füßen zwischen Unwohlsein und Wohlgefühl machen kann. Nämlich den ganzen Unterschied.

 

10. Positives Denken: Jeden Abend 3 Dinge finden, die an diesem Tag schön waren.

Ja, manchmal bin ich frustriert und es fällt mir schwer, mich auf etwas schönes zu konzentrieren, wahrscheinlich geht es Dir da auch nicht anders. Aber gerade vor dem Schlafen gehen ist es wirklich wichtig, sich auf die guten Seiten des Tages und seien sie noch so klein und scheinbar unbedeutend, zu konzentrieren. Wenn wir an jedem Tag etwas wertschätzen können, können wir Ärger und Kummer leichter loslassen und nehmen nicht so viel davon mit ins Bett. Sich nochmal rückwirkend auf das schöne am Tag zu konzentrieren, zeigt einem auch die Möglichkeit auf, für mehr schönes am Tag selbst zu sorgen. Besonders, wenn es auffällt, dass es schwer fällt, die schönen Dinge zu finden. Kleine Erfolgserlebnisse zu schaffen, auf die man am Ende des Tages stolz sein kann. Mich am Ende des Tages über kleine Dinge, große Ereignisse, Menschen, eine Nachricht, ein gutes Essen oder einfach nur das Wetter zu freuen, gibt mir, egal was sonst alles auch mal nicht gut laufen mag, das Gefühl, auf dem richtigen Weg zu sein. Genau da zu sein, wo ich sein soll.

 
Es gibt noch eine ganze Menge anderer Rituale, die man in seinen Alltag einbringen kann. Bestimmt hast du Dir auch ein paar Rituale bereits angewöhnt. Es lohnt sich jedoch immer, Neues auszuprobieren und eventuell zu verinnerlichen. So war es auch bei mir und mittlerweile bin ich wirklich zufrieden mit meinen Alltagsritualen. Ich sehe diese Rituale nicht als zwingende Notwendigkeit. Natürlich könnte ich auch ohne sie Leben. Für mich sind sie allerdings Werkzeuge, meine Lebensqualität zu steigern. Und da das wirklich viel Spaß macht, fällt es mir auch sehr leicht, diese Dinge jeden Tag zu tun, völlig mühelos. Wenn Du Dich zu einem Ritual überreden musst, würde ich darüber nachdenken, ob Dir ein anderes vielleicht besser gefallen könnte. Einige Alltagsrituale sind bestimmt nicht für jedermann gemacht, wie z.B. das Räuchern oder Ölziehkur und Nasendusche.

 
Das alles ist kein Muss. Letzten Endes muss ein jeder von uns selbst für sich herausfinden, was ihm gut tut und was nicht. Vielleicht konnte ich ja mit diesem Beitrag ein bischen Wegweiser spielen.

Ich bin gespannt auf Deine Erfahrungen!

 
Deine Sophia