Tu was Du möchtest!

Bordüre Indien
„Ja aber…“: nichts a b e r. Besonders wir Menschen der westlichen Welt haben eine seltsame Angewohnheit: Wir betrachten uns immer als Opfer äußerer Umstände. Ich schiebe Dir jetzt nicht die Schuld für alles in die Schuhe; versteh mich bitte nicht falsch. Aber da Du der einzige Mensch auf der Welt bist, den Du wirklich ändern kannst, ist es doch eigentlich logisch, dort anzusetzen, oder?

 

„Der schlimmste Weg, den Du wählen kannst, ist keinen zu wählen.“

 

Also selbst wenn etwas passiert worauf Du keinen Einfluss hattest und das für Dich negativ ist, so hast Du mit dem Auftreten dieser Schwierigkeit die Möglichkeit, Dich dagegen zu entscheiden bzw. darunter zu leiden. Ja, ich weiß, das ist nicht so leicht, aber möchtest Du Dein Leben in die Hand nehmen oder Dich Dein Leben lang mit einer Opferrolle zufriedengeben? Klar, die Opferrolle erspart Dir eine Menge. Du kannst Dich darunter verbuddeln wie ein Maulwurf und jederlei Verantwortung für das, was in der Welt oben so passiert, von Dir weisen. Deswegen ist sie ja auch so verführerisch: Sie ist total bequem. Außerdem fühlt sich Dein kleiner Ego-Geist mit dieser Rolle pudelwohl, denn er ist faul und unterjocht gerne alle anderen aufstrebenden Lebensgeister in Dir, um sich bestätigt zu fühlen.

Das Leben besteht aus lauter Entscheidungen und viele davon sind wirklich nicht leicht zu treffen. Aber falls Du Dich über die Vielzahl von Entscheidungen, die Du zu treffen hast beklagst: stell Dir mal vor, Du hättest in deinem Leben nichts zu bestimmen! Stell Dir vor, Du könntest nicht entscheiden und auch kein Veto einlegen. Wäre das nicht furchtbar? Diese Überlegungen wie wohl das andere Extrem eines Zustands aussehen würde sind manchmal sehr hilfreich, denn dann lernt man das zu schätzen, was man hat. Und wie wundervoll ist es, dass Du so viele Entscheidungen treffen darfst? Dass Du ein Leben hast, welches Du in jede beliebige Richtung lenken kannst?

 

„Die größte Entscheidung Deines Lebens liegt darin, dass Du Dein Leben ändern kannst, indem Du Deine Geisteshaltung änderst.“

-Albert Schweitzer
 

Ich höre schon wieder ein “Ja aber…”. Klaro, Du musst Dich schon damit zufrieden geben, dass Du das “nur” in einem Rahmen tun kannst, der noch gesund für Dich ist. Arbeiten macht unter Umständen oft keinen Spaß, aber das ist das, was wir Menschen und Tiere seit Anbeginn unserer Zeit tun, um zu überleben! Warum also darüber beschweren? Du kannst entscheiden w i e Du dir deine Brötchen verdienst. Du kannst Dich zu der Haltung entscheiden, mit der Du das tust und Du kannst Dir Deinen Lebensraum gestalten. Und um ein Beispiel zu nennen: Wer sagt, dass Du Dich irgendwo bewerben, hochqualifiziert für einen Beruf sein und 10 Stunden am Tag arbeiten musst? Musst Du nicht! Es kommt auf Dich an. Du kannst auch sagen: “Ich verdiene mir jetzt Geld mit Straßenmusik und meinen selbstgemalten Bildern, die ich verkaufe; kaufe davon einen Waggon und ein Fahrzeug und reise mit meinem Mäusezirkus durch die Welt.”. Wenn Dir das genügt, um zu leben, dann tu es!

 

„Wahr und Falsch, das sind die Ausreden derer, die nie zu einer Entscheidung kommen wollen. Denn die Wahrheit ist ein Ding ohne Ende.“


-Robert Musil
 

„Ach, das ist nichts für mich!“, Die Möglichkeiten, das Lebens auszuschöpfen ist nicht jedermanns Sache, da hast Du recht, aber wie ich das sehe bist Du jemand, der seine Lebensqualität genießen möchte. Und warum solltest Du dieses Bedürfnis einschränken wollen mit der Ausrede, der Aufwand lohne sich nicht? Wer nichts riskieren oder umwälzen kann, lebt unter Umständen ein ziemlich monotones Leben. Aber Du hast Dich ja dagegen entschieden und das ist auch gut so!
“Das bringt doch nichts, das würde eh schiefgehen”. Danke, lieber pessimistischer Geist, aber diese Haltung ist wirklich ziemlich dumm und noch nicht mal besonders raffiniert. Wer hat denn schon die Welt gewonnen, ohne erst damit angefangen zu haben? Ich kann Deine Kraftlosigkeit verstehen, – sehr gut sogar – aber wenn Du anfängst, Dich z.B. auf ein Projekt zu stürzen, von dem du schon lange geträumt hast oder anfängst, dich beruflich umzuorientieren, wird Dir das sehr viel Kraft zurückgeben. Schließlich tust Du ja jetzt das, was du immer wolltest…oder?
“Ja, aber dafür ist es jetzt zu spät” ist ein super Spruch, aber wenn Du mir zuhörst, ist das nur jemand, der sich in seiner Opferrolle wohlfühlt.
“Ich habe das aber nicht verdient; ich kann das nicht machen; ich muss mich um so viel kümmern!” Sehr, sehr ausgefeilt und raffiniert, lieber Richter-Geist und es ist auch noch klug, mir einzuflüstern, dass ich ja so viel Verantwortung trage. Aber ich weiß, dass das, was diese Stimme Verantwortung nennt, ein Begriff ist, der tarnen soll, dass ich eine Last mit mir herumtrage, die ich nicht ablegen kann oder will. Machst Du das auch? Diese Last geht natürlich oft mit Verantwortung einher, jedoch kann man das Gewicht der Last verlagern und falls sie wirklich nur eine Last ist, die Dich an sich binden will und sich “Verantwortung” nennt: dann runter damit! Wieder so eine blöde Masche, sich vom Leben abzuhalten. Pass auf: Du bist es absolut wert, Dir diese Entscheidung gut zu überlegen; Du bist es wert, sie zu treffen und Du bist es wert, sie umzusetzen. Oder warum meinst Du wurde Dir dieses Leben geschenkt?

 

„Viel mehr als unsere Fähigkeiten sind es unsere Entscheidungen, die zeigen, wer wir wirklich sind.“

-Joanne K.Rowling
 

Ich muss sagen, ich bekäme ein schlechtes Gewissen, wenn ich die Vielzahl meiner Entscheidungsmöglichkeiten nicht anständig würdigen würde. Dankbarkeit zu lernen ist ein kleiner Aufwand, genauso wie zu lernen, sich zufrieden zu geben, aber am Ende gewinnst Du ein riesengroßes Stück Lebensqualität und findest schöne Dinge wo Du sie vorher nie vermutet hättest.

Wenn Du Schwierigkeiten hast, Dich auf Träume und Wünsche einzulassen und Deinem Herzen zu folgen, dann stelle Dir einfach eine gute Freundin oder einen guten Freund vor, der zu Dir kommt und Dir von seinen Sorgen erzählt. Und was er Dir erzählt sind diese ganzen Einwände, die Du selbst dagegen hast, deinen Wünschen zu folgen. Stell Dir vor, dieser liebe Freund sitzt da, aufgelöst und völlig im Zwiespalt. Aber Du fühlst ganz genau, dass das, was er sich so sehr wünscht, ihn bereichern würde, seine Lebensgeister weckt und ihn zu einem zufriedeneren Menschen machen würde. Er hätte ein so viel besseres Leben! Es gäbe vielleicht keine Garantie, dass alles super und auf Anhieb funktioniert. Aber würdest Du ihm aus diesen Gründen seinen Lebenswunsch ausreden? Wahrscheinlich nicht, oder?
Okay, wenn dein Freund vorschlägt, einen Whirlpool-Frisiersalon aufzumachen, würde ich wahrscheinlich auch versuchen, ihm das auszureden und ihn auf eine Variante aufmerksam machen, die vielleicht nicht mit dem Tod durch einen elektrischen Schlag enden würde, wie z.B. einen Massage-Frisiersalon mit Aromatherapie oder so was. Ich denke, Du verstehst, was ich meine.
Also, was würdest Du diesem Freund raten? Wie würdest Du auf ihn zugehen? Was hält dich davon ab, Dich selbst wie Deinen Freund zu behandeln?

 
Lass los und alles Liebe für Dich. Von Herzen.

 
Deine Sophia